Kraftquellen

Dem Glück nicht auf den Keks gehen

"Woher nimmst du eigentlich die Kraft?", hat mich kürzlich ein Bekannter gefragt. Meine Antwort lautete: "Ich bin ein Stehaufmännchen." Vor längerer Zeit fand eine Bekannte diese Erklärung: "Du bist wie eine Katze mit sieben Leben." Und meine erste Frau schenkte mir nach der Scheidung diesen Spruch: "Die meisten füllen ihr Leben mit Tagen. Du füllst jeden Tag mit Leben."

Eigentlich müsste ich schon lange fix und fertig sein. Meine Sekten-Bücher brachten mir wüste Verleumdungen der Neuapostolischen Kirche ein, fast jedes Sachbuch wurde mit Klagen überhäuft, die Staatsanwaltschaft von Hannover verschleppte erst ein Ermittlungsverfahren und vergaß es dann völlig und hätte es für immer vergessen, wenn ich nicht darauf bestanden hätte, dass man mir den Prozess macht, der mit einem Freispruch endete, bis dahin hatte ich drei Jobs verloren. Doch man konnte mich nicht fertig machen. Und warum nicht?

Weil mich Verleumder, Heuchler, Intriganten, Bedenkenträger und Feiglinge am Arsch lecken können. Dass der nicht sehr schmackhaft ist, stellen die dann schnell fest. Weil ich Freundschaft, Vertrauen, Ehrlichkeit, Offenheit, Zärtlichkeit und Liebe für so wichtig halte, dass ich zu Abstrichen nicht bereit bin. Halbes Vertrauen, halbe Ehrlichkeit, halbe Offenheit und halbe Liebe gibt es so wenig wie ein bisschen Frieden. Mittelmäßigkeit langweilt mich. Ich gebe allen Menschen eine Chance, nutzen sie die nicht, dann gibt es keine zweite. Es sei denn, die Versöhnung fällt sehr wild aus. Schließlich mag ich auch keinen aufgewärmten Kaffee und an der Pinwand einer Frau habe ich vor vielen Jahren den Spruch gelesen: "Aufgewärmte Liebe? Nein danke!" Fehler machen wir alle - aber wiederholte Fehler zeugen nur von Dummheit. Die stirbt nicht einmal nach der Hoffnung.

"Wer bei sich selber nicht zuhause ist, ist nirgendwo zuhause", heißt es in einem sehr klugen Lied und nur wer auch dieses Zuhause hat, kann glücklich werden. Ich helfe gern bei der Suche nach diesem Zuhause, aber wer nicht aufhört, sich selbst zu belügen, der belügt auch andere. Wenn er auch mich belügt, ist Schicht im Schacht, und zwar Nachtschicht.

Als Kind war ich schüchtern, bis meine Oma sagte: "So betrügst du andere um dich und das ist ein schlimmes Verbrechen." Diesen Augenblick in ihrer Küche habe ich nie wieder vergessen. Von da an mochte ich die Frechen, die Mutigen, die ein wenig Verrückten, Menschen, die anderen nicht nach dem Mund reden und nicht nach oben kriechen wollen, bis sie ihr Rückgrat nicht mehr finden.

Mir geht auch all der sozialpädagogische, psychologische und erziehungswissenschaftliche Scheiß mächtig auf die Nerven. Sozialpädagogen, Psychologen und Erziehungswissenschafter bestehen meistens auch nicht die Probe aufs Exempel - man muss sich nur ihre Kinder anschauen, dann weiß man es. Wenn sie dann auch noch mit Tipps für das Sexualleben daherkommen, wird es vollends lächerlich. Ich will einfach nur küssen, streicheln und ficken wie ich vorher noch keine Frau geküsst, gestreichelt und gefickt habe. Wenn ich dafür in der Hölle landen sollte, dann weiß ich wenigstens, dass es im Himmel nur Langweiler geben kann...Oder Leute, die im Fernsehen so viele Wiederholungen gesehen haben, dass sie auch sonst alles nur wiederholen. Solche Leute glauben auch an Glückskekse und gehen so dem Glück auf den Keks.

Kommentare

  1. Ich freue mich über die likes, die dieser Artikel bekommt. Es sind vornehmlich Frauen, die diesen Beitrag mögen.

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